Bei der Frage nach dem angemessenen Tarif einer Übersetzung muss berücksichtigt werden, dass ein Übersetzer bei durchschnittlichen Preisen pro Tag mindestens 8-10 Seiten abgeben (übersetzen, redigieren oder korrigieren) muss, um einen Arbeitsrhythmus aufrechterhalten zu können, der sowohl seine psychologischen als auch seine körperlichen Grenzen berücksichtigt. Gleichzeitig kann ein ausgezeichneter Übersetzer, der an einem technischen Text mittleren Schweregrades arbeitet, kaum mehr als 1,15 vollständige Seiten pro Stunde produzieren. Hierin eingerechnet sind die Zeit für die Arbeitsvorbereitung, die Dokumentation, die Übersetzung und die Überarbeitung.
Daraus wird deutlich, dass nur relativ umfangreiche Übersetzungen für den Übersetzer einträglich sind. Die Vorbereitung des Arbeitsmaterials, des Dokumentationstyps, das erforderliche technische Studium als auch die Zeit für die Überarbeitung steht nicht in proportionalem Verhältnis zu der zu produzierenden Übersetzung. Bei einem umfangreichen Dokument steigt die Produktivität des Übersetzers, die sich in der Seitenanzahl ausdrückt, die er pro Tag bearbeiten kann. So benötigt ein Übersetzer für eine drei- bis vierseitige Übersetzung die gleiche Zeit für die Arbeitsvorbereitung wie für ein Dokument von 30 oder 40 Seiten, seine Produktivität nimmt jedoch enorm ab.
Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis garantiert haben möchte, sollte nicht versuchen, um Tarife zu handeln. Sieht sich der Übersetzer gezwungen, die Kosten zu senken, wohlwissend, dass er die Arbeitszeit nicht mindern kann, muss er die Hintergrundarbeiten der Übersetzung vernachlässigen. Er muss die Zeit für Dokumentation und Validierung kürzen, die bekanntlich das Herz der Qualitätssicherung bilden. Außerdem ist er gezwungen, an der Zeit für die Überarbeitung zu sparen und die Qualitätskontrolle zu reduzieren.
Eine Kürzung des Budgets bedingt immer eine Minderung der Qualität und zwar aus folgendem Grunden: